Freedag is Plattdag – Ministerpräsident Lies übernimmt Schirmherrschaft

Kostenlose Materialien für Schulen, Kindertagesstätten und Tagespflegepersonen der Landkreise Diepholz und Nienburg jetzt erhältlich

Viele Plattdeutsch-Akteure kamen bei der Feierstunde in der Niedersächsischen Staatskanzlei zusammen. (Bild: Nicole Künnen, RLSB)

Plattdeutsch ist die größte Regionalsprache Niedersachsens und ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes. Mit dem Aktionstag „Freedag is Plattdag“ setzt die Arbeitsgemeinschaft „Platt is cool“ seit Jahren ein Zeichen für den Erhalt und die Förderung der plattdeutschen und saterfriesischen Sprache. Jeden Freitag im September sollen möglichst viele Menschen, ob Anfänger oder geübte Sprecher, Plattdeutsch oder Saterfriesisch sprechen. Die Aktion wurde in der Niedersächsischen Staatskanzlei durch den Ministerpräsidenten Olaf Lies in einer

Feierstunde eingeleitet. „Wenn Kinder früh mit Plattdeutsch in Berührung kommen, wird die Sprache ganz selbstverständlich erfahrbar. Mit der Aktion ‚Freedag is Plattdag‘ möchten wir einen spielerischen Zugang schaffen und dazu beitragen, dass Platt auch für die nächste Generation ein Stück Heimat bleibt“, so Stephanie Kroner, Geschäftsführerin des Landschaftsverbands Weser-Hunte, der Teil der Arbeitsgemeinschaft „Platt is cool“ ist.

Ministerpräsident Olaf Lies übernimmt zum zweiten Mal die Schirmherrschaft von „Freedag is Plattdag“. „Ik freu mi bannig, dat ik ok dit Johr wedder Schirmherr vun ,Freedag is Plattdag‘ wesen dörv. Plattdeutsch und Saterfriesisch sind ein wichtiger Teil unserer kulturellen Identität in Niedersachsen. Sie verbinden Generationen, stiften Gemeinschaft und zeigen, wie vielfältig unser Land ist. Besonders freut mich, dass sich so viele Kinder und Jugendliche für unsere Regionalsprachen begeistern. Mit ‚Freedag is Plattdag‘ machen wir Mut, Platt einfach einmal auszuprobieren und im Alltag zu sprechen. Deshalb setzen wir heute hier in der Staatskanzlei gemeinsam ein Zeichen für den Erhalt und die Zukunft unserer Regionalsprachen. Also: Snackt op Freedag platt. Dat löppt!“, so Ministerpräsident Olaf Lies.

Für die Arbeitsgemeinschaft der Landschaften und Landschaftsverbände in Niedersachsen (ALLviN) sprach der Präsident der Schaumburger Landschaft, Karsten Becker, das Grußwort. Er betonte, dass es wichtig sei, den Menschen die Angst zu nehmen, sich in ihrer Heimatsprache auszudrücken: „Fehler sind egal“, betonte Karsten Becker, „Hauptsache, wir reden miteinander“. Denn: „Dat Plattdüütsch blifft lewendig, wenn wi’t küert.“ Dem Land Niedersachsen dankte Karsten Becker für die geplante Verstetigung der Plattdeutschförderung.

Für 2026 sind zahlreiche Aktionen geplant: Neben Plakaten, Postkarten und Unterrichtsmaterialien wird auch wieder ein Minibüchlein aus der beliebten Reihe „Lieselotte“ in plattdeutscher Sprache erscheinen. Dieses wird kostenlos an interessierte Schulen über die Fachberaterinnen und Fachberater für den Erlass „Die Region und die Sprachen Niederdeutsch und Saterfriesisch im Unterricht“ sowie die Landschaften und Landschaftsverbände verteilt. Der Landschaftsverband Weser-Hunte stellt die Materialien der Aktion auch in diesem Jahr zusätzlich Kindertagesstätten und Tagespflegepersonen der Landkreise Diepholz und Nienburg kostenlos zur Verfügung. Damit können auch Einrichtungen der frühkindlichen Bildung die niederdeutsche Sprache spielerisch in ihren Alltag einbinden.

Eine Übersicht der verfügbaren Materialien und die Möglichkeit zur Bestellung finden interessierte Einrichtungen auf der Internetseite des Landschaftsverbands Weser-Hunte unter www.weser-hunte.de.

 

Hintergrundinformationen

Die Arbeitsgemeinschaft „Platt is cool“ ist ein Zusammenschluss der Landschaften, Landschaftsverbände und der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung in Niedersachsen mit Unterstützung des Niedersächsischen Kultusministeriums. Sie setzt sich seit 2009 für den Erhalt und die Förderung der plattdeutschen und saterfriesischen Sprache ein. Unterstützt vom Niedersächsischen Kultusministerium realisiert die AG Projekte wie Unterrichtsmaterialien, Imagekampagnen und den Bandcontest „Plattsounds“.